Deutschland hat einen neuen Meilenstein in der Energiewende erreicht: Über 5 Millionen Solaranlagen sind inzwischen im Marktstammdatenregister erfasst. Mehr als 104 Gigawatt Leistung liefern sie – das entspricht der Kapazität von rund 104 großen Kohlekraftwerken. Und doch stehen wir erst am Anfang dessen, was möglich ist.

Der aktuelle Stand: Ein beeindruckendes Wachstum
Die Zahlen sprechen für sich: 5 Millionen Anlagen – davon 4,1 Millionen klassische Dachanlagen, rund 870.000 Balkonkraftwerke und etwa 19.000 große Freiflächenanlagen. Allein im Jahr 2024 kamen bisher 1,25 Millionen neue Anlagen hinzu – davon mehr als eine halbe Million kleine Balkonsysteme.
Der Boom zeigt: Photovoltaik ist längst nicht mehr nur etwas für Technikbegeisterte. Sie ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Balkonkraftwerke machen Solarenergie sogar für Mieter und Wohnungseigentümer zugänglich – mit vergleichsweise geringen Investitionen und ohne komplizierte Planung.
Potenziale, die noch ungenutzt bleiben
So beeindruckend diese Zahlen auch sind – sie sind nur ein Bruchteil dessen, was technisch und wirtschaftlich möglich wäre.
Schon jetzt decken PV-Anlagen etwa 15 % des Strombedarfs in Deutschland. Doch wir könnten deutlich mehr erreichen. Betrachtet man die riesigen ungenutzten Flächen – Dachflächen, Fassaden, Parkplätze oder brachliegende Industrieareale – wird schnell klar: Wir haben keinen Raummangel, wir haben ein Nutzungsproblem.

Beispiel Parkplätze: Verschenktes Potenzial im Alltag
Ein besonders greifbares Beispiel sind die Parkplätze in Deutschland. Millionen Quadratmeter unüberdachter Stellflächen heizen sich jeden Sommer auf, ohne irgendeinen Nutzen zu stiften. Dabei könnten sie problemlos mit PV-Modulen überdacht werden. Der Nutzen wäre doppelt:
- Stromproduktion auf bereits versiegelten Flächen, ohne zusätzliche Eingriffe in die Natur.
- Verschattung für Fahrzeuge, was die Hitzebelastung reduziert und den Komfort erhöht.
Solche Flächen zu nutzen, wäre nicht nur klimapolitisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich attraktiv – gerade für Supermärkte, Baumärkte und große Handelsketten.
CO₂-Einsparung: Mehr als nur ein guter Wille
Photovoltaik ist nicht nur sauber – sie ist auch messbar wirksam. Ein Balkonkraftwerk mit einer Leistung von 600 Watt spart jährlich rund 200 bis 300 Kilogramm CO₂ ein – je nach Standort und Sonnenstunden. Hochgerechnet auf die bestehenden 870.000 Balkonkraftwerke ergibt sich eine CO₂-Einsparung von über 200.000 Tonnen pro Jahr.
Und das ist nur ein Teil der Rechnung. Hinzu kommen vermiedene Energieimporte, entlastete Stromnetze und ein sinkender Bedarf an fossilen Reservekapazitäten. Jedes einzelne Modul bringt uns näher an ein resilienteres, unabhängigeres Energiesystem.
Die Rolle der Planung: Warum nicht jedes Dach gleich viel bringt
So vielversprechend das alles klingt – in der Praxis ist der Unterschied zwischen irgendwie installiert und strategisch geplant enorm. Nicht jedes Dach eignet sich für eine wirtschaftlich sinnvolle Anlage. Verschattung, Dachneigung, Ausrichtung, Stromverbrauchsprofil – all das beeinflusst, wie viel Energie eine PV-Anlage tatsächlich bringt.
Als Photovoltaikmakler mit Fokus auf präziser Planung erleben wir immer wieder: Wer einfach nur „irgendwas auf’s Dach schraubt“, verschenkt oft enormes Potenzial. Wer hingegen plant, analysiert und vergleicht, erzielt oft über Jahre hinweg deutlich bessere Erträge und eine kürzere Amortisationszeit – ganz ohne größere Investition.
Fazit: Die Zukunft ist sonnig – wenn wir unsere Flächen nutzen
Die 5 Millionen Marke ist ein Erfolg – keine Frage. Doch sie sollte nicht als Endpunkt verstanden werden, sondern als Startlinie. Denn wir stehen vor einer gewaltigen Aufgabe: die Energieversorgung Deutschlands klimaneutral und dezentral aufzustellen. Die gute Nachricht? Wir haben die Technik, die Flächen und das Wissen. Was oft fehlt, ist der Wille zur Umsetzung.
Wir glauben: Wer das Potenzial der eigenen Fläche kennt und sie gezielt nutzt, macht nicht nur einen klugen wirtschaftlichen Schritt, sondern trägt aktiv zur Zukunftsfähigkeit unseres Landes bei.

